Herbergen für die Heilige Familie

Pia Bürgin, 85, hat vor rund 50 Jahren begonnen, Weihnachtskrippen und Krippenfiguren zu sammeln. Bis heute ist ihre Sammlung auf 350 Exemplare angewachsen.

Quelle:

Autorin: Meta Zweifel

350 Krippen. Diese sind in 265 verschiedenen Orten und Gegenden entstanden, die Gehäuse und ihre Figuren wurden aus 51unterschiedlichen Materialien hergestellt: Aus Holz und Stein, Maisstroh und Kürbissen, aus Wolle und Filz, Ton und glänzender Folie, aus Wachs oderSchwemmholz, ja sogar aus Nussschalen oder aus dem Fruchtbecher von Eicheln. Der Krippensammlerin Bürgin ging es aber nie um eine möglichst beeindruckende Mengeoder um Kuriositäten. Für sie stand immer die Weihnachtsbotschaft imVordergrund. Die Krippen-Frau war und ist immer neu fasziniert vom Ideenreichtum und vom Gestaltungseifer, mit dem Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen das Weihnachtsgeschehen erzählen und zur Darstellung bringen.

 Als jung verheiratete Frau wünschtesich Pia zum ersten Weihnachtsfest mit ihrem Mann Hansjörg das traditionelleKrippenensemble Maria und Josef und Kind, und zwar sollten es hochwertige Brienzer Krippenfiguren sein. Die gewünschte Qualität hatte jedoch ihren Preis –und so konnte das Ehepaar erst am dritten gemeinsamen Weihnachtsfest alle drei Figuren aufstellen.

Freude vervielfachen
Am Anfang war die Brienzer Krippe. Und erwacht waren Freude, Sammeleifer und Entdeckerspürsinn. Auf Reisen – das Ehepaar Bürgin war während Jahren ausgesprochen reisefreudig – machte Pia unerwartete Flohmarkfunde oder sie entdeckte in der Ecke eines von Souvenirkram überladenen kleinen Geschäftes eine schlichte, schöne Krippe. Mit immer geübterem Blick fand sie Krippen in Brockenhäusern und kam mit Krippen-Kunstschaffenden in Kontakt. Jede Krippe hat ihre eigene Geschichte: «Oft hatte ich das Gefühl, nicht ich sei auf der Suche gewesen, sondern die Krippe habe mich gesucht», sagt lächelnd die Frau, die während vieler Jahre in der einstigen Schulpflege und als Präsidentin der Musikschule viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet hat. Vor längerer Zeit hat sie begonnen, für ein Hilfswerk aus Reststoffen Babykleidchenzu nähen. Wie viele Babies, in Südamerika in schwierige Lebensumstände hineingeboren, sind wohl in ihren ersten Lebensmonaten von Kleidchen umhüllt worden, die von Pia Bürgin und anderen geschickten Frauen genäht worden sind?

 Die MünchensteinerKrippensammlerin gehört nicht zu jenem Sammlertyp, der verbissen und selbstbezogen vermehrt, hütet und hortet. Sie weiss, dass Freude sich vervielfältigen kann, wenn man sie teilt. Eine Stiftung befasst sich mit der künftigen Entwicklung der Sammlung – und Pia Bürgin macht auch immer wieder Teile ihrer Sammlung an Ausstellungen zugänglich.

«Ich steh an deiner Krippe hier»: Die alte Botschaft der Krippen ist immer neu.

Bibel-Ausstellung mit Krippen und biblischen Figuren 
In einer Ausstellung im Pfarrhaus an der Lärchenstrase 5, direkt vor dem Kirchgemeindehaus, zeigt Pia Bürgin eine Auswahl von Bibeln aus sieben Jahrhunderten: Diese seltenen Exemplare gehören zur Bibel-Sammlung ihrer verstorbenen Tochter Steffi Bürgin.  In 70 unterschiedlichen Sprachen erzählen grossformatige und ganz kleine Bibel-Bücher die biblische Botschaft – eine ganz eigene Schau. Sehen, anfassen, staunen! Die Bibelbücher werden begleitet von Krippen aus der Sammlung Pia Bürgin und von biblischen Figuren des polnischen Künstlers Kazimierz Kowalczyk.  Bis Samstag, 8. Dezember 2018, jeweils am Sonntag von 11-16 Uhr und am Mittwoch von16-20 Uhr. Auf Anmeldung zusätzliche Öffnungszeiten für Gruppen.
Die Ausstellung ist inZusammenarbeit mit der Stiftung PRO BIBLIA und der Reformierten Kirchgemeinde Münchenstein entstanden. 
www.pro-biblia.ch 
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